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Klima

Was die Befürworter der traditionellen GAP sagen

Die Landwirtschaft kann einen wichtigen Beitrag im Kamp gegen den Klimawandel leisten. Dazu braucht es Subventionen. Die Landwirtschaft sollte nicht als Klimasünder betrachtet und Steuern oder einem Emissionshandelssystem unterworfen werden. Sonst würde landwirtschaftliche Produktion ins Ausland verlagert werden, beispielsweise nach Brasilien. Dadurch würde der Regenwald weiter in Mitleidenschaft gezogen und die globale Erwärmung beschleunigt werden.

Direkte Emissionen in der Landwirtschaft

Im Jahr 2007 machte die Landwirtschaft gemäß der Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen 10% der Treibhausgase in der EU aus. Von landwirtschaftlichen Böden freigesetztes N2O – im wesentlichen eine Folge des Düngens – ist für 49% dieser Emissionen verantwortlich. 31% stammen von CH4, das bei der Verdauung insbesondere bei Wiederkäuern entsteht. 19% der Emissionen entstehen bei der Handhabung von Dung und Gülle (sowohl in Form von N2O also auch CH4). Reisfelder sind die Ursache des verbleibenden Prozents an Emissionen.

Indirekte Emissionen in der Landwirtschaft

Zusätzliche Emissionen entstehen in der Landwirtschaft durch den Einsatz von Energie und anderen Produktionsmitteln wie Dünger und Pestizide. Diese Emissionen werden den Sektoren Energie und Industrie zugerechnet, auch wenn sie letztlich von der Landwirtschaft veranlasst werden.

Verminderte Sequestrierung von CO2

Zudem reduziert die Landwirtschaft die Menge an CO2, die von der Landoberfläche aufgenommen wird. Wälder und Wiesen binden CO2 im Boden. Im Gegensatz dazu geben Ackerböden oft mehr CO2 an die Atmosphäre ab als sie binden: Ernten, Pflügen und andere Eingriffe reduzieren den CO2-Gehalt der Böden. Die Landwirtschaft ist also nicht nur eine Quelle von Treibhausgasen, sondern sie vermindert auch die Kapazität der Landoberfläche, die Emissionen seitens anderer Sektoren wie Energie, Industrie und Transport auszugleichen.

Klimafreundliche Landwirtschaft

Es ist daher sehr wichtig, dass die Landwirtschaft klimafreundlicher wird. Empfehlungen für klimafreundliche Anbaumethoden sind zum Beispiel Schutzkulturen als Bodenabdeckung, ein an den Bedarf der Pflanzen angepasster Düngereinsatz, eine schonende Bodenbearbeitung, eine vorsichtige Handhabung von Dung und Gülle und die Nutzung von Biogas. Die meisten dieser Methoden haben positive Seitenwirkung auf andere öffentliche Güter, insbesondere auf Wasser- und Luftqualität sowie die Bekämpfung der Bodenerosion. Oft sind sie sogar für die Landwirte betriebswirtschaftlich vorteilhaft - beispielsweise indem sie die Fruchtbarkeit der Böden erhöhen und die Kosten für Dünger reduzieren.

Schlussfolgerung

Gegenwärtig setzt die GAP nur wenige Mittel für eine nachhaltige Landwirtschaft ein (siehe Umwelt). Die Subventionen für ein klimafreundliche Landwirtschaft sollten deutlich erhöht werden. Ergänzend dazu sollte die landwirtschaftliche Beratung die Bauern auf ihr betriebswirtschaftliches Interesse an nachhaltigen Anbauverfahren hinweisen und diese bei der Umstellung unterstützen. Außerdem sollte die EU mehr in Wissenschaft und Forschung im Dienste einer nachhaltigen Landwirtschaft investieren.

Doch Klimaschutz heißt nicht nur, Subventionsgelder zielgerichtet auszugeben. Eine kostenlose Maßnahme, welche die Emissionen in der Landwirtschaft verringern würde, läge darin, die Steuerbegünstigung für landwirtschaftlich genutzten Treibstoff abzuschaffen. Zudem könnten der Düngereinsatz oder der Stickstoffüberschuss auf Bauernhöfen EU-weit besteuert werden. Denn Stickstoff, der nicht in Biomasse umgesetzt wird, oxidiert zu dem gefährlichen Treibhausgas N2O (oder er belastet die Gewässer). Schließlich könnte die Gesetzgebung verschärft werden und zum Beispiel strengere Auflagen beim Umgang mit Dung und Gülle vorsehen, um klimaschädliche Ausdünstungen zu vermeiden.

Langfristig ist die beste Lösung, landwirtschaftliche Treibhausgase zu besteuern oder in ein Emissionshandelssystem einzubinden. Ein solches Emissionshandelssystem wird bereits in Neuseeland eingeführt. Im Jahr 2012 müssen Bauern dort Bericht über ihre Emissionen erstatten und ab dem Jahr 2013 dafür zahlen. Am Anfang werden den Bauern Emissionsrechte in Höhe von 90% der Emissionen der Landwirtschaft im Jahr 2005 kostenfrei zur Verfügung gestellt. Erst im Jahr 2030 müssen die Bauern die vollen Kosten tragen. Ein solches System einzuführen, ist fair, da andere Sektoren ebenfalls ihre Emissionen auf eigene Kosten senken müssen. Außerdem kann es auch das Einkommen von Landwirten und Landbesitzern erhöhen, wenn diese CO2 in Böden und Bäumen binden.