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Weltweite Ernährungssicherheit

Was die Befürworter der traditionellen GAP sagen

Die EU ist moralisch verpflichtet, ihren Ernährungsbedarf selbst zu decken. Wenn die EU auf den Weltmärkten mehr Lebensmittel kauft als verkauft, treibt sie die Preise in den Entwicklungsländern in die Höhe, so dass sich die Ärmsten ihr täglich Brot nicht mehr leisten können. Man könnte sogar argumentieren, dass die GAP die Produktion stärker ankurbeln sollte, damit die EU einen aktiveren Beitrag zur Welternährung leisten kann.

Die gemischte Bilanz der EU-Produktion

Es ist nicht klar, ob niedrigere Lebensmittelpreise im Kampf gegen Hunger und Armut wünschenswert sind. Da die Ärmsten tendenziell mehr Lebensmittel konsumieren als sie produzieren, dürften niedrigere Lebensmittelpreise kurzfristig die Zahl der Hungernden senken. Allerdings üben niedrige Preise langfristig einen negativen Effekt auf die Landwirtschaft in Entwicklungsländern aus. Dies mindert die Löhne für gering qualifizierte Arbeitskräfte, die oft in der Landwirtschaft tätig sind. Zudem reduziert es das Wirtschaftswachstum in den Entwicklungsländern und deren Steueraufkommen, das für soziale Zwecke ausgegeben werden kann. Es ist daher durchaus möglich, dass mehr Lebensmittel-Importe in die EU, und damit höhere Preise auf den Weltmärkten, vorteilhaft im Kampf gegen die Armut sind.

Schlussfolgerung

Auf jeden Fall ist die GAP höchst ungeeignet, um weltweite Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Die EU kann wesentlich effektivere Maßnahmen ergreifen. Vor allem könnte die EU mehr Mittel bereitstellen, um eine auf die Bedürfnisse der Entwicklungsländer ausgerichtete Agrarforschung voranzutreiben. Allgemein gesagt sind alle Maßnahmen, welche die Armut in den Entwicklungsländern verringern, auch wirksam gegen den Hunger. Das Problem liegt nicht in einer globalen Lebensmittelknappheit, sondern in der ungleichen Verteilung.